?Die Zeichen der Zeiten deuten lernen“ (Zeidel) – Kultursemiotisch perspektiviertes Deutungslernen in einer kontroversen Geschichtskultur empirisch erforschen

?berblick

Das Verbundforschungsprojekt ?Die Zeichen der Zeiten deuten lernen“ (Zeidel) untersucht kultursemiotisch perspektiviertes Deutungslernen in einer pluralen und kontroversen Geschichtskultur. Ausgehend von der Annahme, dass historische Bedeutungskonstruktionen in heutigen Gesellschaften in vielf?ltigen medialen und symbolischen Formen begegnen, fokussiert das Projekt die Frage, wie Lernende geschichtskulturelle Ausdrucksformen wahrnehmen, interpretieren und kritisch reflektieren und welche Schlussfolgerungen sich daraus für das Geschichtslernen in und über Geschichtskulturen und die Teilhabe daran ableiten lassen. Leitend ist die theoretische Pr?misse, dass historisches Lernen als kulturelle Sinnkonstruktion zu verstehen ist, die sich in der Auseinandersetzung mit Zeichensystemen der Vergangenheit und Gegenwart vollzieht.
Empirisch wird das Projekt in einem interdisziplin?ren Verbund von drei Universit?ten (Paderborn, Potsdam, Braunschweig/GEI) auf drei Ebenen realisiert:
1. Die Ebene der Bildungsmedienforschung (TU Braunschweig/GEI) analysiert analoge und digitale Lehr-Lernmittel als Tr?ger und Vermittler geschichtskulturellen Sinns. Untersucht werden sowohl die Angebotsseite (Inhalts- und Aufgabenanalysen) als auch die Nutzungsprozesse von Lernenden im Hinblick auf die Wirkung fachlich strukturierter Deutungsaufgaben.
2. Der Ansatz einer subjektorientierte Geschichtsdidaktik (Universit?t Paderborn) erforscht Praktiken des gemeinschaftlichen Aushandelns geschichtskultureller Deutungen durch Schülerinnen und Schüler mittels Gespr?chs-, Aufgaben- und Handlungssituationen. Ziel ist die Rekonstruktion diskursiver und performativer Muster, die die Ausbildung reflexiver Deutungskompetenzen stützen.
3. Die Ebene der Lehrkr?ftebildung und Professionalisierungsforschung (Universit?t Potsdam) ermittelt ?berzeugungen, Deutungsstrategien und Professionalisierungsbe-darfe von Studierenden, Lehrkr?ften und Hochschullehrenden in Bezug auf kultursemiotisch orientiertes historisches Lernen. Im Zentrum stehen Vorstellungen über Lernvor-aussetzungen der Schülerinnen und Schüler sowie die Gestaltung von Lernumgebungen, welche historisch-semiotisches Denken f?rdern.
Das integrative Forschungsdesign verbindet qualitative und quantitative Verfahren – von Inhaltsanalysen über dokumentarische Interpretationen bis zu Gruppendiskussionen – um die Wechselwirkungen zwischen Bildungsmedien, Unterrichtspraxis und Lehrerbil-dung sichtbar zu machen. Theoretisch zielt das Projekt auf die Weiterentwicklung eines kultursemiotisch fundierten Begriffs historischen Lernens und die empirische Modellie-rung des geschichtskulturellen Deutungslernens als Schlüsselkompetenz historisch-politischer Bildung moderner Gesellschaften. Praktisch werden daraus Vorschl?ge für ein auf Dialog, Reflexion und Partizipation gegründetes Geschichtslernen abgeleitet.

Key Facts

Keywords:
Lehrerbildung , Fachdidaktik Geschichte , Geschichtsunterricht , Theorie , Empirie , Geschichtskultur , Didaktik der Geschichte , Kultursemiotik
Art des Projektes:
Forschung
Laufzeit:
10/2025 - 06/2027
Beitrag zur Nachhaltigkeit:
Hochwertige Bildung

Detailinformationen

Projektleitung

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Prof. Dr. Olaf Hartung

Theorie und Didaktik der Geschichte

Zur Person
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Prof. Dr. Johannes Meyer-Hamme

Theorie und Didaktik der Geschichte

Zur Person